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Collegium Vocale
Blieskastel
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Dez. 2005: Händel
Messias
Großes
Hörerlebnis
Zu
seinem 15-jährigen Bestehen glänzte das Collegium Vocale Blieskastel am
vergangenen Samstagabend in der vollbesetzten Kirche St. Mauritius in
Lautzkirchen mit einer herausragenden Aufführung von Händels "Messias".
Chor, Solisten und Orchester musizierten unter der Gesamtleitung von
Christian von Blohn.
Mit
einer glanzvollen Aufführung des "Messias" von Georg Friedrich Händel,
in der einfach alles stimmte, feierte am Samstagabend das Collegium
Vocale Blieskastel sein 15-jähriges Bestehen in der Kirche St.
Mauritius in Lautzkirchen. Die mehrere Hundert Besucher in der
vollbesetzten Kirche hörten einen mit äußerster Präzision singenden
Chor, glanzvolle Solisten und ein sensibel spielendes Orchester, alles
unter der Leitung von Christian von Blohn.
Dieser hatte für die Wiedergabe des Oratoriums mit der erschütternden
Gestaltung des Lebens des Messias vom Weihnachtszauber bis zum bitteren
Kreuz auf Golgotha die Originalsprache Englisch gewählt. Das Werk wird
neben den großartigen Chorstellen wesentlich von den Solisten gestaltet
und hier hatte von Blohn mit der Auswahl eine besonders glückliche
Hand. Glanzvoll strahlende Solopartien hörte man von allen,
insbesondere vom die Altpartien singenden Countertenor Alexander
Gorbatenko aus St. Petersburg. Mit seiner herrlich warm und bis in die
höchsten Höhen glockenrein klingenden Stimme gestaltete er seine
Rezitative und Arien, nichts äußerlich, alles von innen kommend, mit
innigem Ausdruck "Er weidet seine Herde" und ergreifend und wie
mitfühlend "Er ward verschmähet". Ebenso gestaltete Sabine von Blohn
mit ihrem klaren, hellen, leuchtenden und doch kräftigen Sopran ihre
Arien wie "Frohlocke, Tochter Zion" mit perlenden Koloraturen und
ergreifend "Ich weiß, dass mein Erlöser lebet".
Dem Tenor Algirdas Drevinskas merkte man, wie bei Sabine von Blohn, die
Bühnenerfahrung an, er gestaltete seine Partien kräftig, offen und
dynamisch mit starker, kerniger Stimme, und dies schon zur Eröffnung
mit "Tröstet mein Volk". Schön gestaltete er seine Arie "Doch Du
ließest ihn nicht im Grab". Mit etwas tieferen Timbre hätte man sich
den Bassisten Professor Matthias Weichert, Mitglied im Leipziger
Thomanerchor und auf vielen bekannten Bühnen aufgetreten, bei den Arien
"Warum toben die Heiden" und "Seht, ich verkünde euch ein Geheimnis"
gewünscht. Er ließ sie und seine anderen Gesänge aber mit kräftigem und
kernigen Bass erschallen und konnte insbesondere beim "Denn siehe,
Dunkelheit bedeckt die Erde" gestalten.
Zu diesem Glücksfall von Solisten war der Chor das passende Pendant.
Bestens einstudiert präsentierte er sich als ein sicher, kultiviert,
äußerst sauber, homogen und flexibel singendes Ensemble. Begeisternd
klangen die bis in die höchsten Höhen sicher und glockenrein singenden
Soprane mit ihren meist jugendlich-leuchtenden Stimmen, etwa bei "Und
er wird reinigen", beim weihnachtsseligen "Denn es ist uns ein Kind
geboren" und beim Jubelchor "Ehre sei Gott". Vorbildlich exakte und
perlende Koloraturen in allen Stimmen machten die Aufführung zum
Erlebnis.
Alle Chöre waren kultiviert gestaltet, Höhepunkte dabei aber waren das
leicht wie schwebend gehaltene "Sein Joch ist leicht", das mit straffem
Tempo angegangene "Wahrlich" und das locker und wie hüpfende "Wir alle
irrten wie Schafe" oder die hell und sauber strahlenden, gestochen
scharfen Soprane beim "Hoch tut euch auf", die auch beim spontanen
Applaus auslösenden "Halleluja" begeisterten. Zu loben ist auch die von
allen durchgehaltene Intensivität der Stimmen bis zum Schlusschor
"Würdig ist das Lamm", in dem von Blohn nochmals die ganze Kraft und
Schönheit der Stimmen aufleuchten ließ. Der Chor war ein stets fügsames
Instrument in der Hand des Dirigenten, aber auch das Orchester aus
Mitgliedern des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken, das mit edler
Tongebung und immer sicher auf Taktwechsel eingehend die Musik des
eindrucksvollen Werks interpretierte. Jörg Abbing spielte auf der Orgel
die Begleitung mit. Das Collegium Vocale hat sich ein würdiges und
begeisterndes Geburtstagsgeschenk gemacht und den Hörern ein bleibendes
Hörerlebnis beschert. Minutenlange, stehende Ovationen waren Dank und
Anerkennung für eine denkwürdige Aufführung, die mit der Wiederholung
des "Halleluja" als Zugabe endete.
Wolfgang
Dörr, Saarbrücker
Zeitung
Juli 2005: Bach h-Moll-Messe
Entrückt
in die Welt der tiefen Gefühle
Die
„Hohe Messe in h-Moll“ von Johann Sebastian Bach präsentierten das
Collegium Vokale Blieskastel und Mitglieder des SR-Orchesters in der
St. Ingberter Hildegardkirche. Eindrucksvoll arbeiteten die Akteure den
für die Messe charakteristischen Gegensatz zwischen den glanzvollen
katholischen Parts und dem eher stillen, innerlichen Wesen des
Protestantischen heraus.
Ein bestens einstudiertes und hochmotiviertes Collegium Vokale
Blieskastel, vier Solisten, Mitglieder des SR-Orchesters und
strahlender Trompetenklang verliehen am frühen Sonntagabend der
Aufführung der „Hohen Messe in h- Moll“ von Johann Sebastian
Bach in der Hildegardkirche Glanz und feierliche Hochstimmung.
Das warme Wetter hielt weder die Zuschauer ab, noch minderte es die
Qualität der Aufführung, erschwerte aber die Arbeit aller
Beteiligten. Zu bewundern war dabei die ausdauernd hohe Qualität des
Chores bis zum Ende, der den Löwenanteil an dem Werk von
zweieinviertel Stunden Dauer zu bewältigen hatte. Zu bewundern war
aber auch Christian von Blohn, der zwar viel unter der Hitze litt,
aber unermüdlich bis zum Schlusstakt fast jeden Ton auszudirigieren
schien und jeden Einsatz gab.
Unter ihm können sich Sänger und Instrumentalisten einfach sicher
fühlen. Das müssen sie auch bei einem solchen, alles fordernden Werk.
Sind schon die Choräle und fugierten Sätze in den Kantaten nicht
einfach zu singen, so fordert die h-Moll- Messe noch mehr; besteht sie
doch aus dem Kontrast der Darstellung des Glanzvoll-Prächtigen des
Katholischen Glaubens und des subjektiven innerlichen Wesens des
Protestantischen. Beides geht nebeneinander her, löst sich ab
und
vermischt sich nicht. Dabei ist die Messe von ergreifender
Einfachheit. Gleich beim ersten Akkord des Kyrie entrückte der Chor
die Hörer in die Welt der tiefen Gefühle, die sie bis zum
Schlussakkord des „Dona nobis pacem“ erlebten. Dabei gestaltete
der Chor die glanzvollen „katholischen“ Stellen mit mächtig
strahlendem Chorklang, sauberster Intonation selbst der höchsten
Stellen in Sopran und Tenor, dank vieler jugendlicher Stimmen
beweglich und frisch. Einen jubilierenden Glanz verliehen die
Trompeten dem Werk, insbesondere der Star-Solotrompeter Reinhold
Friedrich mit seiner Bachtrompete.
Aber ebenso innig und betrachtend gestaltete das Collegium Vokale
Blieskastel die „evangelischen“ Teile, wie das
„Crucifixus“, wobei Bach ein Thema aus seiner Kantate
„Weinen, Klagen“ verwendet hat. Die Einsätze der Männerstimmen
kamen klar und sicher. Mit viel Engagement und innerem Mitgehen sang
Eva Leonardy ihre Sopransoli. Harmonisch und ausgewogen im Klang kamen
die Duette mit dem Alt, wobei Claude Eichenberger ihre kräftige Stimme
mit strahlender Höhe, die sie bei ihren Soli einsetzte, fein anpasste.
Thomas Ströckens ist kein Unbekannter in St. Hildegard, hat er doch in
letzter Zeit mit seinem schlanken und in der Höhe strahlenden und im
Piano schönen weichen Tenor etliche Werke mitgestaltet. Seinen
kräftigen, elastischen Bass mit warmen Timbre konnte Matthias
Seidel-Stollberg in der h-Moll- Messe nur in zwei Arien einsetzen.
Die Glanzpunkte setzte der Chor. In den oft langen
Chorpartien wogte
der prächtige Klang auf und ab. Ein solches Werk kann aber auch nur
von einem so geschulten Chor in dieser Vollendung interpretiert
werden. Stehende Ovationen zum Abschluss waren die
Anerkennung für
diese großartige Leistung der Sängerinnen und Sänger, aber auch für
ein vorzüglich begleitendes Orchester mit seinen Instrumentalsolisten.
Wolfgang
Dörr, Saarbrücker
Zeitung
Nov. 2004: Bruckner
Messe f-moll, Te Deum
Frömmigkeit
dringt durch den Gesang
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Das
Konzert in der St. Ingberter Kirche St. Hildegard mit dem Chor der
Kirche unter der Leitung von Christian von Blohn überzeugte
das
Publikum am Samstagabend restlos. Als Solisten waren (rechts im Bild,
von links) Eva Leonardy (Sopran), Marion Thienel (Alt), Wolfram
Wittekind (Tenor) und Siegmund Nimsgern (Bariton) dabei. Foto:
Dörr |
Rasend
schnelle
Chorpassagen und Instrumentenläufe sowie ein mit Wagnerisch
berauschender Farbigkeit aufspielendes Orchester machten die
Aufführung
der Messe f-Moll und des Te Deum Anton Bruckners am Samstag zum
Ereignis. Das Publikum war begeistert.
(...)
Dass
die Konzerte in der Hildegardkirche unter Leitung von Christian von
Blohn immer ein besonderes Erlebnis sind, hat sich schon lange
herumgesprochen, wie der Besucherandrang beweist. Und so war die Kirche
bereits lange vor Beginn des Konzertes voll besetzt. Dieses Konzert
ragte aber unter allen durch die Macht seiner musikalischen Aussage und
die hoch stehende und harmonische musikalische Qualität der
Aufführung
heraus. (...)
Dass
dabei der Sopran, auch dank der
vielen
jugendlichen Stimmen vom Collegium Vocale, so sauber bis in die
höchsten Höhen kam, verdient besonderes Lob,
ebenfalls die gute
Aussprache vom ganzen Chor. Das schnell angegangene und
vorandrängende
Tempo durchzuhalten, ermöglichte von Blohn durch sein
eindeutiges und
klares Dirigat, dass er dank seiner großen Hände und
langen Arme auch
ohne Taktstock ungemein präzise angab.
So
kam dann eine
Gesamtleistung aller zu Stande, wie man sie hier schon lange nicht mehr
gehört hat und bei der trotz aller Monumentalität der
Musik die
schlichte und tiefe Frömmigkeit Bruckners hörbar
wurde.
Nach
der wundervoll im Gleichgewicht schwingenden Thematik der f-Moll-Messe
erstrahlte das Te Deum mit seiner kühnen Harmonik herrlich
urtümlich, (...) . Hier übertraf sich der Chor fast noch gegenüber
der Messe:
sauberste Intonation, klare textliche und musikalische Interpretation.
Eine großartige Leistung, wurden die Werke doch in nur drei
Monaten
einstudiert! Es war ein Fest für die Ohren, vom Publikum mit
stehenden
Ovationen bedacht.
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